Universität Leipzig und die Nationalhymne

“Einigkeit und Recht und Freiheit für das deutsche Vaterland” tönte es am Mittwoch in der großen Halle vor dem Audimax der Universität Leipzig. Identitäre Aktivisten hatten eine Lautsprecherbox an Heliumballons aufsteigen lassen. Und so erklang in einer der ältesten Universitäten unseres Landes das Lied der Deutschen – zur großen Überraschung der Studentinnen und Studenten. Ist dies doch in den heutigen Tagen ein eher selten gewordenes Ereignis. An deutschen Hochschulen gibt man sich betont international und gegebenenfalls sogar antideutsch. Während Franzosen stolz ihren Nationalfeiertag begehen und die USA ganz selbstverständlich als “the greatest nation on earth” bezeichnet werden, trauen sich die Deutschen höchstens zur Fußballweltmeisterschaft, mit Fahne und Hymne in Erscheinung zu treten.

In der aktuell entbrannten Debatte um die deutsche Nationalhymne diskutiert man darüber, ob Menschen nichtdeutscher Herkunft hier ausgeschlossen würden. Auch klingen “Vaterland” und “brüderlich” in einigen Ohren verdächtig nach Patrichat. Die erste Strophe des Liedes – laut einem Urteil des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahre 1990 übrigens nicht verboten – hat sowieso den Nazistempel weg. Dabei entstand der Text lange vorher zur Zeit der Romantik. Den Wunsch nach einem geeinten Deutschland, den Hoffmann von Fallersleben 1841 in Versform fasste, ist wohl aus dem Blickfeld geraten.

Wir halten das Lied der Deutschen für ein schützenswertes Kulturgut und seine dritte Strophe selbstverständlich für die deutsche Nationalhymne.

Blüh im Glanze dieses Glückes, blühe, deutsches Vaterland!